Gefühle im Alltag wahrzunehmen und richtig zu benennen, fällt vielen Menschen schwer. Unser achtwöchiges Emotionscoaching hilft dabei, Wut, Freude und Traurigkeit besser einzuordnen.
Was fühle ich gerade? Die meisten Menschen glauben, dass sie diese Frage beantworten können. Doch tatsächlich fällt es vielen von uns schwer, die eigenen Emotionen gut wahrzunehmen und zu erkennen. »Häufig werden Gefühle, Gedanken und Körperwahrnehmungen verwechselt und vermischt«, sagt der Psychotherapeut Andreas Knuf, der dieses Coaching gemeinsam mit SPIEGEL WISSEN und SPIEGEL ONLINE entwickelt hat.
Wer etwa auf die Frage »Wie fühlen Sie sich heute?« mit »Ich bin müde« antwortet, der nennt eine Körperempfindung statt das möglicherweise dahinterliegende Gefühl von Niedergeschlagenheit, Trauer oder Sorge.
Der erste Schritt auf dem Weg dahin, die eigenen Emotionen besser zu verstehen, ist deshalb, diese überhaupt wahrnehmen und zuordnen zu können. Ziel dieser ersten Coachingeinheit ist es, sich für einige sogenannte Basisgefühle zu sensibilisieren.
Die drei wichtigsten Gefühle: Freude, Angst, Ärger
Psychologen haben je nach Ansatz zwischen fünf und sieben Basisemotionen extrahiert, die kulturübergreifend bei allen Menschen vorkommen sollen. In dieser Übung geht es darum, drei der wichtigsten Gefühle – nämlich Freude, Angst und Ärger – etwas genauer wahrzunehmen. Dafür haben wir jeweils kleine Listen mit Adjektiven erstellt, die verschiedene Nuancen der Emotion genau beschreiben – und sie dadurch greifbarer machen. Lesen Sie diese drei Listen zunächst genau durch:
Suchen Sie sich nun eine Emotion aus, die Ihnen vertraut ist, und eine, die für Sie eher fremd ist – und versuchen Sie, beide Emotionen in dieser Woche bei sich selbst genauer zu beobachten. Versuchen Sie, es als Experiment zu sehen, sich im Laufe der Woche immer wieder einmal auf dieses Gefühl einzulassen.
Wichtig: Damit Sie auch im hektischen Alltag daran denken, sensibel und offen für die beiden ausgewählten Emotionen zu bleiben, kann es helfen, sich abends vor dem Schlafengehen für ein paar Minuten hinzusetzen und zu reflektieren, wann Sie am Tag mit dem vertrauten und dem unvertrauten Gefühl zu tun hatten und wie es Ihnen dabei ging.
Manchmal werden Sie dabei feststellen, dass Sie die Gefühle nur abgeschwächt oder gar nicht erlebt haben. Das heißt nicht, dass Sie etwas falsch gemacht haben: Im Alltag sind heftige Gefühle viel seltener, als wir annehmen. Gefühle laufen eher im Hintergrund als eine Art »Begleitmusik« mit.
Zusatztipp: Wenn Sie sich noch eingehender mit den beiden Emotionen beschäftigen wollen, könnten Sie auch Ihren Partner oder einen anderen Vertrauten fragen, wie derjenige Sie in Bezug auf die beiden Gefühle erlebt: Nehmen die anderen das für Sie vertraute Gefühl auch bei Ihnen wahr? Oder zeigen Sie nach außen ganz andere Empfindungen? Der Austausch kann eine weitere Facette sein, die Ihnen hilft, Gefühle treffsicherer zuzuordnen.
Reflektieren Sie am Ende der Woche ruhig noch einmal, wie es Ihnen mit der gründlicheren Beobachtung Ihrer Gefühle ging. Haben Sie im Laufe der Woche besser mitbekommen, wann das Gefühl am Werk war und wann nicht? Waren Sie verwundert, wie oft oder wie selten Sie Freude, Angst oder Ärger empfinden? Oder wie sehr Sie diese Gefühle sonst übersehen?
Komplementärin SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG, Sitz und Registergericht Hamburg HRA 61 755
Komplementärin Rudolf Augstein GmbH, Sitz und Registergericht Hamburg, HRB 13 105 Geschäftsführung: Thomas Hass Ericusspitze 1, 20457 Hamburg, Amtsgericht Hamburg, HRA 123 261, Umsatzsteuer-ID: DE 212 442 423. Verantwortlicher i. S. v. § 18 Abs. 2 MStV: Dirk Kurbjuweit