Prägungen aus unserer Kindheit sind unter anderem in Glaubenssätzen gespeichert, die unser Denken und Handeln beeinflussen. Im »Kindheit verstehen«-Coaching lernen Sie, die Einflüsse von damals besser zu erkennen und sich von diesen mehr zu distanzieren.
Liebevolle Eltern, Geschwister, mit denen man sich rauft und zusammenrauft, Freiheit, materielle Sicherheit, eine gute Bildung – all das gehört zu einer glücklichen Kindheit. Aber nicht immer läuft alles optimal. Manche Eltern wollen ihre Kinder formen, andere haben eine bestimmte Sicht auf ihr Kind, dass es zum Beispiel bestimmte Eigenschaften besitzt oder eben gerade nicht. Oder sie belasten ihre Söhne und Töchter mit Erwartungen. Auch wenn der Nachwuchs die Erwartungen erfüllt, kann das eine lebenslange Belastung sein.
Deshalb kann es sich für Erwachsene lohnen, wenn sie sich mit der eigenen Kindheit beschäftigen. Vor allem, wenn Sie merken, dass Eindrücke und Zuschreibungen aus Ihrer Kindheit Sie immer noch sehr beschäftigen oder vielleicht sogar hemmen. Oder Ihnen das Gefühl geben, nicht ganz frei zu sein.
Um die Prägungen von damals besser zu verstehen und dann hinter sich zu lassen, ist es wichtig, zunächst herauszufinden, was für ein Bild Sie von Ihrer eigenen Vergangenheit haben. Wie bewerten Sie die Zeit, in der Sie Kind waren? Und als wie prägend erleben Sie die Erfahrungen aus dieser Lebensphase?
Dafür gibt es nun eine einfache Reflexionsübung. Mit dieser können Sie erfassen, welche Einstellung zur eigenen Kindheit Sie haben.
Die Übung heißt »dieGrundgefühle verstehen«
Die Art, wie Sie über Ihre eigene Kindheit denken und reden, hat großen Einfluss darauf, wie dieses Kapitel Ihrer Biographie auf Sie wirkt. Beantworten Sie deshalb jetzt einige Fragen. Sie können das in Gedanken tun. Oder Sie nehmen sich Zettel und Stift und schreiben ein paar Sätze dazu auf:
Frage: War Ihre Kindheit eher glücklich, unglücklich oder sowohl als auch?
Frage: Haben Sie das Gefühl, dass bestimmte Ereignisse Ihrer Kindheit Ihr Leben bis heute erschweren oder verkomplizieren? Wenn ja, welche?
Frage: Haben Sie, was Ihre Kindheit angeht, ein ausgeprägtes »Weil-deshalb«-Schema? Denken Sie also zum Beispiel: »Weil meine Mutter so schwierig war, habe ich heute Probleme.«?
Nehmen Sie jetzt die Antworten auf die drei Fragen in den Blick. Und lassen Sie sich auf ein Gedankenexperiment ein: Stellen Sie sich vor, Sie wachen morgens auf, und ein Wunder ist geschehen. Ab jetzt hat Ihre Kindheit keinen Einfluss mehr – und Sie können sich frei entscheiden. Was würden Sie anders machen? Woran würden Sie im Alltag merken, dass Sie frei von Einflüssen der Kindheit sind? Versuchen Sie Ihre Haltung und Ihre Stimmung in dieser Situation zu spüren und festzuhalten. Zum Beispiel in einem inneren Bild, mit einem Gedanken oder einem Gefühl in Ihrem Körper.
Zu dieser Stimmung können Sie im Laufe des Coachings
immer wieder zurückkehren. Versuchen Sie sich in den kommenden Wochen öfter probehalber so zu verhalten, als hätte Ihre Kindheit keinen Einfluss auf Sie. Falls Ihnen das künstlich vorkommt, machen Sie sich klar: Es ist wissenschaftlich belegt, dass unsere Kindheit zwar einen Einfluss hat – aber einen geringeren, als wir häufig glauben. Auch Erfahrungen im Erwachsenenalter prägen und verändern uns.
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Der Kinderarzt Herbert Renz-Polster erklärt im Interview (S+), wie Kinder zu glücklichen Erwachsenen werden.
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