wo stehen Sie in Ihrer Partnerschaft? Vertrauen Sie einander? Oder ist die Stimmung angespannt? Bevor die Arbeit an einer Beziehung beginnt, brauchen Sie eine Bestandsaufnahme. Diese Methode kann dabei helfen.
Wer Nähe entstehen und zulassen kann, ist in jeder Beziehung besser dran. Das klingt einleuchtend und simpel, aber einfach ist es eben doch nicht. Denn Voraussetzung für eine stabile Bindung ist, dass wir uns vertrauen, dass wir offen füreinander sind. Doch oft haben wir Verletzungen aus früheren Beziehungen, vielleicht sogar aus unserer Kindheit, die immer noch schmerzen und die uns vorsichtig sein lassen.
Lass uns reden!
Worte, Mimik, Gestik – wir kommunizieren immerzu. Nicht alles ist uns bewusst. Erfahren Sie in dieser Ausgabe, wie Sie andere besser verstehenund besser verstanden werden!
»In intimen Beziehungen geht es immer wieder darum, den Mut aufzubringen, Bindung trotz dieses Risikos einzugehen«, erklärt die Paartherapeutin Christine Weiß. Sie ist Expertin für bindungsbasierte Emotionsfokussierte Paartherapie (EFT) und hat ihre Praxis in Hannover. Denn was Liebesbeziehungen zusammenhält, sind nicht in erster Linie sexuelle Anziehung, gemeinsame Interessen oder ähnliche Persönlichkeiten. Es ist ein emotionales Band, das Menschen miteinander verknüpft. Wie eine gute Langzeitbeziehung funktioniert, ist wissenschaftlich untersucht; hier erfahren Sie mehr
über das Geheimnis lebenslanger Partnerschaften (S+).
Umgekehrt gilt: Wenn Paare keine Verbundenheit herstellen können, führt das zu Streitigkeiten, die Partner entfremden sich mehr und mehr, fühlen sich unverstanden, sind unglücklich – und trennen sich am Ende vielleicht. In ihrer Praxis beschäftigt die Paartherapeutin Weiß sich deshalb damit, wie dieses Vertrauen, wie diese Nähe wiederhergestellt werden kann. Und genau darum geht es in den acht Einheiten des Trainingsprogramms, das die Therapeutin gemeinsam mit SPIEGEL Coaching entwickelt hat.
Es lohnt sich, wenn Sie zunächst einen Einblick gewinnen, wie Sie mit Nähe in Beziehungen grundsätzlich umgehen, wie gut Sie Vertrauen herstellen und welche typischen Konfliktstrategien Sie haben. Dabei hilft Ihnen
unser Check.
Zudem ist es hilfreich, wenn Sie sich ein Journal anschaffen, in dem Sie während des Coachings Ihre Erfahrungen notieren.
Bevor Sie nun mit der Arbeit an Ihrer Beziehung beginnen, machen Sie eine Bestandsaufnahme. Welche Stimmung ist dominant? Was fühlt sich gut an und was nicht? Die Emotionsfokussierte Paartherapie (EFT) geht davon aus, dass bestimmte Gefühlslagen zur Begleitmusik der Partnerschaft werden und den Tanz des Paars beeinflussen. Neben lauten Tönen, also Streit, Vorwürfen, Forderungen oder zurückweisender Distanz, gibt es zarte, leise Töne, also Sanftheit, Zugewandtheit, Verbundenheit. Und heitere, fröhliche Töne wie Leidenschaft, Lachen, Spiel. Die Musikmetapher hilft, die Stimmungen intuitiv zu erfassen. Oft liegen mehrere Schichten »Musik« übereinander – unter den lauten verbergen sich oft zartere, leise Töne. Auf sie zu hören kann verfahrene Beziehungssituationen verändern.
Reflexion
Beantworten Sie die folgenden Fragen für Ihre jetzige Beziehung und tragen Sie die Antworten in Ihr Journal ein. Wenn Sie gerade nicht in einer Beziehung leben, können Sie an eine vergangene Partnerschaft denken:
Welche Musik spielt gerade in unserer Beziehung? Wie viele laute, aggressive, kühle, zurückgezogene Töne oder zarte, sanfte oder verspielte, freudige Töne gibt es?
Was fühlt sich gut und verbunden an? Und was kalt und trennend?
Welche Wünsche haben Sie in Bezug auf Nähe, Sicherheit und Verbundenheit in der Beziehung? Was könnte anders sein als bisher?
Zu welcher Musik würden Sie in Ihrer Beziehung gern tanzen? Was für einen Tanz wünschen Sie sich?
Beantworten Sie die Fragen intuitiv. Im Laufe des Coachings lernen Sie, Ihre Nähewünsche und die des Partners noch deutlicher wahrzunehmen – und auch umzusetzen. Gleich im nächsten Schritt geht es um Ihr eigenes Bindungsbedürfnis.
Tipp
Wenn Sie gerade in einer halbwegs stabilen Phase der Beziehung sind, können Sie sich auch mit dem Partner, der Partnerin dazu austauschen, welche Musik gerade in der Beziehung spielt und welche Ihre Wunschmusik wäre.
Im nächsten Schritt unseres Coachings (S+) erkunden Sie, wie stark Ihre Wünsche nach Bindung sind. Und wenn Sie regelmäßig mehr über Liebe und Beziehungen erfahren möchten, dann könnte unser wöchentlicher LOVELETTER interessant für Sie sein. Zur Anmeldung geht es hier.
Ihr Team von SPIEGEL WISSEN
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